Deutsch
English
Русский

Universitätsklinikum Würzburg 

ZIM (Zentrum Innere Medizin)
Haus A3/A4 

Oberdürrbacherstr. 6

97080 Würzburg


Leber- und Infektionsambulanz

Tel.: 0931 - 201 40080
Fax: 0931 - 201 640180


  • Sonographie & Fibroscan

Fibroscan (Elastographie)

  • Sonographie, FibroScan

Ein nicht invasives Verfahren zur Beurteilung des Fibrosegrades („Vernarbung“) der Leber

Chronische Lebererkrankungen verschiedenster Ursachen (z. B. Alkohol, Viren, Medikamente, Verfettung) können durch einen narbigen Umbau des Lebergewebes zu ernsthaften Leberschädigungen und entsprechenden Einschränkungen der Leberleistung führen. Die betroffenen Patienten merken davon in der Regel zunächst nichts, denn das Fortschreiten der Lebererkrankung verläuft zumeist schmerzfrei und oft auch ohne andere Symptome. Erst im weit fortgeschrittenen Stadium der Lebererkrankung (Zirrhose) lassen sich in verschiedenen Untersuchungen, wie z. B. speziellen Bluttests oder der konventionellen Ultraschalluntersuchung Befunde erheben, die auf eine zu diesem Zeitpunkt oft bereits nicht mehr reversible narbige Strukturänderung der Leber hinweisen.

Die einzige weitgehend zuverlässige Methode, das Ausmaß einer Leberschädigung exakt abzuschätzen, war bisher die Leberpunktion mit anschließender feingeweblicher Untersuchung des Lebergewebes. Die Durchführung einer Leberblindpunktion ist in der Regel mit einem stationären Krankenhausaufenthalt verbunden.

Seit Kurzem steht mit der Fibroscan-Untersuchung nun erstmals ein innovatives, auch als Elastographie bezeichnetes, Verfahren zur Verfügung, mit welchem eine nicht invasive und schmerzfreie Abschätzung des Ausmaßes solcher narbigen Umbauprozesse der Leber möglich ist. Dieses Verfahren erfasst die Leberelastizität als Maß für die Verformbarkeit des Lebergewebes, was mit dem Vernarbungsgrad einer chronischen Lebererkrankung korreliert.

Die Elastographie funktioniert einfach wie eine Ultraschalluntersuchung, ist schmerz- und komplikationslos. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Ergebnisse unabhängig vom Untersucher und gut reproduzierbar sind. Mit der herkömmlichen Leberpunktion wird nur ein 50.000tel des Lebergewebes erfasst, bei der Elastographie dagegen ca. die hundertfache Menge.

Die Messung erfolgt ambulant und nicht-invasiv über einen speziellen Schallkopf, der in Leberhöhe im Interkostalraum aufgesetzt wird. Der Kopf enthält einen 50 Hertz (Hz)-Vibrator, der eine niederfrequente Welle mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von 1 m/s aussendet. Außerdem ist eine 5-MHz-Ultraschallsonde integriert. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der über diesen Schallkopf erzeugten niederfrequenten Impulswelle im Lebergewebe wird mittels des integrierten Ultraschalls gemessen. Je fester und unelastischer das Lebergewebe ist, desto schneller laufen die niederfrequenten Wellen hindurch und verformen hierbei das Gewebe. Das wird mit der Ultraschallsonde detektiert. Die Verformung wird als quantitativer Wert in der Einheit Kilo-Pascal (kPa) angegeben. Pro Untersuchung werden zehn Scans gemacht, der Median aus diesen Scans ergibt den endgültigen Wert.

Je stärker die Leber fibrosiert ist, desto geringer wird sie verformt, und desto höher sind die Werte. Bei jungen gesunden Frauen werden so beispielsweise Werte um 3 kPa gemessen; der obere Grenzwert für normales Lebergewebe liegt bei etwa10 kPa. Bei schwerem Übergewicht oder Bauchwasser ist die Methode erschwert oder gar nicht durchführbar, da die Wellen durch das Fett und die Flüssigkeit verlangsamt wird.

Nach Einschätzung vieler Leberspezialisten wird die Elastographie bald ein Standard in der Leberdiagnostik sein. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand erlaubt das neue Verfahren die Diagnose einer Leberzirrhose mit einer Sensitivität von 77 - 100% bei einer Spezifität von 96 - 100%. Es erlaubt hingegen keine ausreichend sensitive Differenzierung eines geringförmigen bzw. leichtgradigen narbigen Umbaus der Leber (Leberfibrose). Vergleichsuntersuchungen haben dabei bei fortgeschrittenen Erkrankungen eine gute Übereinstimmung der über die Elastographie ermittelten Ergebnisse mit dem klinischen Stadium der Lebererkrankung und histologischen Untersuchungen ergeben. Das Verfahren ist daher ideal für die Verlaufsbeurteilung chronisch lebererkrankter Patienten, gerade auch im Rahmen Therapien (z. B. Interferon/Ribavirin-Behandlung bei Hepatitis C, Nukleosidanaloga-Therapie bei Hepatitis B).

In der zentralen Ultraschallabteilung der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Würzburg wird die transiente Elastographie bereits ambulant zum Ausschluss oder Nachweis einer Leberfibrose-/zirrhose angeboten.

Terminvergabe:

Infektionsambulanz Tel.: 0931-201-40080 / -40081 oder E-Mail: infa@ukw.de